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Liquidität

Beantwortet die Frage, wie flüssig man ist, um seine Schulden zu bezahlen, mit dem

  1. Was man hat (Barliquidität > 25 %);
  2. plus dem, was man noch bekommt (einzugsbedingte Liquidität > 100 %);
  3. plus dem, wenn man alles flüssig machen kann (umsatzbedingte Liquidität > 200 %).

Die jeweilige Berechnung mit Formel und plus eines Beispiels. Mögliche Maßnahmen die zu einer Erhöhung bzw. Verminderung der Liquidität führen können werden aufgelistet.

Berechnung

Wie Berechnet man die einzelnen Liquiditätskennziffern?

Als Basis wird Grundsätzlich der Betrag der Verbindlichkeiten genommen, welche in nächster Zeit zu bezahlen sind!

Als Faktor wird die jeweilige Möglichkeit Geld zu erhalten genutzt und diese wird unterteilt nach der Zeitdauer, um dies zu realisieren. Damit ergeben sich 3 Grade.

  1. Den Anteil der kurzfristigen Schulden, welchen ich mit flüssige (liquiden) Mittel, wie Kassen- oder Bankguthaben, abdecken kann, nennt man Liquidität 1. Grades, auch Barliquidität genannt. Dieser sollte, je nach Branche, zwischen 30 und 70 % liegen.
      Flüssige Mittel aus Kasse und Bank
    = ---------------------------------- x 100 %
      Sofort fällige Verbindlichkeiten
  2. Zählt man die eigenen Außenstände (Forderungen) mit zu den flüssigen Mitteln, erhält man die Liquidität 2. Grades, auch Einzugsbedingte Liquidität genannt. D.h. das Bargeld plus die Gelder die mit zur Verfügung stehen, nachdem die Kunden ihre Rechnungen bezahlt haben. Das bedeutet i.d.R. im Zahlungsziel. Achtung, es könnte aber auch erst nach der Mahnung sein! Diese sollte über 100 %, d.h. über der vollen Deckung liegen, sonst kommt man In Liquidität!
      Flüssige Mittel wie Kasse und Bank + Forderungen
    = ------------------------------------------------ x 100 %
      Sofort fällige Verbindlichkeiten
  3. Setzt man den Verbindlichkeiten das gesamte Umlaufvermögen, d.h. inklusive Lagerbestände und veräußerbares Eigentum, erhält man die Liquidität 3. Grades, auch Umsatzbedingte Liquidität genannt. Der Verkauf des Umlaufvermögens (Inhalt vom Lager, etc.) kann in der Regel nicht von heute auf morgen realisiert werden und es ist mit einem Verlust am Wert zu rechnen. Nach einer amerikanischen Faustregel sollte diese zu einer zweifachen Deckung (> 200 %) führen.
      Summe der verfügbaren Mittel (Kasse, Bank, Forderungen + Lager)
    = --------------------------------------------------------------- x 100 %
      Sofort fällige Verbindlichkeiten

Die angegebenen Prozentwerte entsprechen einer amerikanischen Faustregel. Angewendet wurden die Liquiditätskennziffern zum Beispiel bei der Auswertung vom Imbiss im Geschäftsjahr 2002.

Beispiel

Paule schuldet Mike 140 € für die neue Anlage. Er selbst hat 60 € in der Tasche, von Suse bekommt Paule noch 40 € und wenn er seine Hosen, Hemden und Schuhe verkauft, die er vor kurzen für 85 € gekauft hatte, kann er dafür noch mal 50 € bekommen. Daraus folgt

  1. Seine Barliquidität beträgt 60 € / 140 € = 42,8 %.
  2. Die einzugsbedingte Liquidität (60 + 40) € / 140 € = 71,4 % < 100 % reicht dafür nicht und er kommt in In Liquidit!
  3. Mit der umsatzbedingten Liquidität (60 + 40 + 50) € / 140 € = 107,1 % < 200% schafft er es gerade noch so!

Meinung AMu+HSc: Sieht nicht so gut aus, er sollte lieber etwas Kaufen was er schnell wieder mit Gewinn verkaufen kann.

Maßnahmen

Erhöhung

Wird das Minimum der Liquidität nicht erreicht, spricht man davon, dass die Firma In Liquidität ist. Folgende kurz- und mittelfristige Maßnahmen können eine Liquiditätsunterdeckung beheben:

  • Einnahmen erhöhen;
  • Einnahmen schneller realisieren;
  • vermehrt Produkte mit hohen Deckungsbeiträgen absetzen;
  • Bankeinzug bei Dauerkunden vereinbaren;
  • nicht benötigte Anlagen verkaufen;
  • Wertstellung bei Banken verbessern;
  • Kapazitäten besser auslasten;
  • Anzahlungen von Kunden fordern;
  • Reklamationen von Kunden durch verbesserte Leistung/Qualität vermeiden;
  • Zahlungsziele verkürzen;
  • Sonderaktionen für Barzahler durchführen;
  • Mahnwesen intensivieren, um Verweildauer der Forderungen zu reduzieren, durch Nachkalkulation richtige Preisstellung überprüfen und anpassen;
  • Ausgangsrechnung schnellstmöglich und korrekt erstellen und versenden;
  • Gewährung von Rabatten eingrenzen;
  • Schecks unmittelbar nach Erhalt bei der Bank einreichen;
  • Sale-lease-back-Verfahren anwenden (Verkauf von Anlagegegenständen und anschließendes Leasing dieser Gegenstände);
  • Lieferzeiten verkürzen;
  • Schnell zahlende Kunden bevorzugt bedienen;
  • Einschaltung des Außendienstes bei der Realisierung der Forderungen;
  • Factoring und Inkasso zur raschen Realisierung der Forderungen nutzen;
  • Ausgaben reduzieren;
  • Ausgaben zeitlich verzögern;
  • Lagerbestände bei Vorräten reduzieren;
  • Leasing statt Kauf von Anlagegegenständen;
  • Ausschuss reduzieren;
  • Ratenzahlung bei Einkäufen vereinbaren;
  • Eigenfertigung und Fremdbezug prüfen;
  • Vereinbarung längerer Zahlungsziele mit Lieferanten;
  • Freiwillige Leistungen reduzieren (Sonderzahlungen, nicht entgeltliche Leistungen im Servicebereich);
  • Sonderabschreibungen zur Verlagerung von Steuerzahlungen in Anspruch nehmen;
  • Vermeidung von Überziehungszinsen durch Vereinbarung höherer Kreditlinien;
  • Bildung von steuerrechtlichen Rückstellungen nutzen;
  • Kapitalbindung im Umlaufvermögen reduzieren;
  • Vorauszahlungen reduzieren;
  • Kostenarten auf mögliche Reduzierung untersuchen;
  • Tilgung nach Rücksprache mit Kreditgebern aussetzen;
  • Betriebsabläufe analysieren und optimieren;
  • Investitionen verschieben;
  • Transportkosten durch Veränderung der Lieferbedingungen vermeiden;
  • Privatentnahmen reduzieren;
  • Sortimente straffen und auf ertragreiche Kerngeschäfte konzentrieren;
  • Stundung von Steuerzahlungen beantragen und oder
  • Einkaufspreise reduzieren durch Nutzung von Rabatten und Skonti.

Verminderung

Wird der angegebene Prozentwert der Liquidität höheren Grades überschritten, spricht man von Überliquidierung. Vermindert kann diese werden z.B. durch

  • Einkauf mit Bar statt auf Ziel;
  • Kürzung von Krediten und
  • das Tätigen von kurzfristiger Geldanlage.
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